Schach im Krieg

In Kriegszeiten gehörte das Schachspiel neben dem Kartenspiel zu den beliebten Betätigungen der Soldaten im Felde aber auch der Verwundeten im Lazarett. Die Symbolkraft des Schachspiels als Abbild des Krieges mag der Grund dafür sein, dass sich in den Kriegsjahrgängen von Zeitschriften immer wieder Fotografien von schachspielenden Soldaten finden:

 

 

Eine Szene aus dem Zweiten Opiumkrieg (1856-1860) zwischen dem Vereinigten Königreich und China.

 

(Quelle: The Illustrated London News, April 17, 1858, S. 389)

 

Soldiers´ Recreation Room

 

(Quelle: The Illustrated London News, vol. 52, 28. März 1868)

 

Die "Feldbücherei Jena" fertig zum Benutzen.

 

Zur sinnvollen Beschäftigung ihrer Soldaten organisierte das deutsche Heer während des 1. Weltkriegs Truppenbibliotheken, zu deren Aufbau zu Sammlungen von Büchern - und auch Spielen - an der Heimatfront aufgerufen wurde.

 

(Quelle: Das Rote Kreuz im Weltkriege 1914-1918 / hrsg. vom Ortsverein vom Roten Kreuz, Jena: Frommann 1919.

 

Schach im Lazarett

 

(Quelle: Schwäbisches Bilderblatt, 9. Jg., 1916, Nr. 2)

 

Schach im Mannschaftssaal

 

(Quelle: Der Weltkrieg : Illustrierte Kriegs-Chronik des Daheim, 4. Bd., Bielefeld-Leipzig: Velhagen & Klasing 1916, S. 203)

 

Schach im Offizierskrankenwagen

 

(Quelle: Der Weltkrieg : Illustrierte Kriegs-Chronik des Daheim, 5. Bd., Bielefeld - Leipzig 1916)

 

Schachspiel im Felde

 

(Quelle: Schwäbisches Bilderblatt, 10. Jg., 1917, Nr. 6)

 

Schachspiel am Heiligen Abend

 

(Quelle: Schwäbisches Bilderblatt, 10. Jg., 1917, Nr. 52]

 

Aus einem Artikel über die Krankenschwester Gertrud

 

(Quelle: Schwäbisches Bilderblatt, 33. Jg., 1940, Nr. 13/14)

 

Vergleiche hierzu das Pastell von Alexis de Broca in der Rubrik "Schach und Kunst"!

 

Das hundertste Jubiläum der Hörfunksendung "Blinkfeuer Heimat" am 19. und 20. März 1944 bedachte die "Stuttgarter Illustrierte : Das Bunte Blatt", Nr. 12 vom 22. März 1944 mit einer ganzseitigen Fotoreportage. Darunter findet sich das vorliegende Bild mit dem Begleittext:

 

"Das ist doch meine Tochter, die da spricht!"

Freudig unterbricht der Seemann sein Schachspiel, um der Stimme zu lauschen, die ihn hier weit entfernt der Heimat durch die Sendung der Auslandsorganisation der NSADP. [sic!]: "Blinkfeuer Heimat" erreicht.

 

Bilder von Spielmaterial, das für die Soldaten oder von ihnen selbst im Feld hergestellt wurde:

Eine Kuriosität aus der frühen Phase des 1. Weltkriegs:

 

Besonders spielwütige englische Soldaten sollen einen abknöpfbaren Brustlatz an der Weste haben, der ihnen im Schützengraben als Schach- und Dame-Brett dient.

 

(Quelle: Württemberger Illustrierte Zeitung, Nr. 9, 1915)

 

Jeu d´échecs exécuté au front, en décembre 1915, par le caporal Unguet.

Les pièces, taillées dans le bois, représentent d´une part le maréchal Joffre et Marianne, entourés des Alliés et même de neutres (les fous), d autre part Guillaume II et Germania.

 

(Quelle: L´Illustration, Janvier 1931)

 

Blinden-Schachspiel

Aus einem Artikel über Spiele, die für Blinde (kriegsverletzte Soldaten) angefertigt wurden, darunter Dame, Mühle, Pachisi = Mensch ärgere dich nicht, Domino).

 

(Quelle: L´Illustration, N° 3904, 28 Decembre 1917, p.655)

 

 

 

© Martin Ramsauer, 2.3.2013, zuletzt ergänzt am 1.1.2017.