Curt Goetz

Curt Goetz: Tatjana : Eine Legende; Ingeborg : Eine Komödie in drei Akten / mit 16 Illustrationen von Werner Bürger, Stuttgart – Hamburg: Deutscher Bücherbund o.J.

 

Der Band enthält zwei Texte des Autors und Schauspielers, die beide Schachbezug haben.

 

Tatjana (geschrieben 1944) ist die Erzählung über die Liebe des Erzählers, eines verheirateten Arztes, zu einem jungen Mädchen, ein Motiv, das Vladimir Nabokov elf Jahre später mit seinem Roman „Lolita“ unsterblich machte. Im Handlungsverlauf spielt der Erzähler mit einem russischen Arzt, den er bei sich zu Gast hat, Schach. In der ersten Partie verliert er, obwohl sein Gegner 

mit einer Variante, die du in keinem Schachbuch findest eröffnet.

Ich hielt sie nicht für sehr günstig, bis ich mich etwa nach dem zehnten Zuge in einer Position befand, wo ich, welchen Stein ich auch bewegen würde, meine eigene Katastrophe herbeiführen mußte.

In der zweiten Partie gewinnt er nacheinander drei Bauern, wird dann aber plötzlich matt gesetzt (S.30-32).

 

Ingeborg (geschrieben 1922) ist ein Schauspiel, auch hier sind zwischenmenschliche Beziehungen das Thema. Ingeborg und Ottokar führen eine glückliche Ehe, die aber eine ernsthafte Prüfung erfährt, als die beiden eines Tages Besuch von ihrem alten Schulfreund Peter bekommen: Ingeborgs frühere Gefühle für Peter werden neu belebt, sie ist hin- und hergerissen zwischen den beiden Männern.

Im zweiten Akt spielen Ingeborg und Peter Schach, die Szene setzt gerade da ein, als Peter Ingeborg mehrfach Gardez und Schach ansagt, und sie schließlich mattsetzt. Auf S.171 der vorliegenden Ausgabe wird die Szene illustriert:

 

Ein Szenenfoto von der Erstaufführung in Stuttgart im Jahre 1934:

 

 

 

Else Panto spielte die Rolle der Ingeborg, M. Kömpel-Pilot brillierte in der Rolle des Peter.

 

(Quelle: Württembergische Landeszeitung, Nr. 132, 11. Juni 1934, S.3)

 

 

© Martin Ramsauer, 16.2.2013