Beispiele von Restaurierungen und Sonderarbeiten aus meiner Werkstatt

Antonius van der Linde: Geschichte und Litteratur des Schachspiels, Berlin 1874 (2 Bände), Ganzleinenbände.

 

Rekonstruktion der fehlenden Einbandrücken gemäß der originalen Vorlage.

 

Thomas Long: Peeps at the chess openings, Huddersfield 1886.

 

Unterlegung des beschädigten Rückens mit neuem Gewebe.

 

Moyse Azevedo: Jeu des Échecs : Parties de Joachim Grecco dit le Calabrois, suivies Des cent Parties désespérées de Stamma, Bordeaux 1833.

 

Originalzustand als Interimsbroschur. Blauer Papierumschlag mit teilweise fehlendem Rücken, Heftung gelockert.

 

 

Zustand nach der Neubindung im alten Stil:

Der Buchblock wurde durch die originalen Heftlöcher neu geheftet. Lediglich zusätzliche Vorsatzblätter wurden hinzugefügt, wobei auf historisches Büttenpapier zurückgegriffen werden konnte. Auch die Einbanddeckel und das Marmor-Überzugspapier sind aus dem 19. Jahrhundert. Für Rücken und Ecken wurde marmoriertes Leder gewählt, wie es zu jener Zeit in Frankreich üblich war. Die zweifarbigen Rückenschilder entsprechen historischen Vorlagen und sind auf die Farben des Buntpapiers abgestimmt.

 

Wiener Schachzeitung, 1. Jahrgang 1887


Zustand vor der Restaurierung: Der Einband ist durch einen Wasser- und Schimmelschaden stark beschädigt - die Vorderkanten weisen Fehlstellen auf, das Bezugspapier fehlt teilweise.

Wegen des intakten Rückens mit schöner originaler Prägung entschloß ich mich, keinen neuen Einband anzufertigen, sondern die Deckel zu restaurieren.

 

Rückdeckel nach der Ergänzung durch Zellulosepulver / Kleister und Japanpapier. Die fehlenden Ecken wurden mit passendem Gewebe neu bezogen.

 

Die Deckel wurden mit Papieren überzogen, die mit dem Original nahezu identisch waren. Das Bild zeigt das Buch nach Abschluss der Restaurierung.

 

Süddeutsche Schachblätter, 1. + 2 Jahrgang, 1907-1908

 

Auch dieser Einband hatte infolge eines Wasserschadens gelitten (Fehlstelle an der Vorderkante des Vorderdeckels).

 

Um den prächtigen Bezug mit Echsen-Imitation zu erhalten, wurde die Fehlstelle mit Zellulosepulver / Kleister und Japanpapier aufgebaut, die Fehlstelle mit originalen Fragmenten aus den Innendeckeln aufgefüllt und Übergänge retuschiert.

Das Buch nach der Restaurierung.

 

Paul Rudolf von Bilguer: Handbuch des Schachspiels, 4. Auflage 1864

 

Ein weiterer Wasserschaden mit Verlusten am Einband; diesmal ist die Stehkante der Deckel betroffen. Bei dem Einband handelt es sich um eine Neubindung, womöglich noch aus dem 19. Jahrhundert, die als Halbleinenband mit Wolkenmarmorpapier ausgeführt ist. Der prächtig gestaltete Bezug des originalen Verlagseinbands mit goldener Plattenpressung war auf den neuen Einband übertragen worden; durch den Wasserschaden war dieser Bezug im unteren Bereich abgelöst.

 

Die Einbandkanten wurden gefestigt und mit neuem, farblich angeglichenem Wolkenmarmorpapier ergänzt, die fehlende untere Ecke des Rückdeckels mit passendem Gewebe neu bezogen. Zuletzt wurde der Originalbezug wieder aufgeklebt.

Zustand nach der Restaurierung.